Stell dir vor – eine Kurzgeschichte

Hallo und herzlich Willkommen! Seit gestern schwirrt in meinem Kopf eine Geschichte umher, die ich euch jetzt „erzählen“ möchte. Die Geschichte ist von mir frei erfunden und doch beinhaltet sie viel Wahres. Eine Geschichte von der kleinen Judith (frei erfunden) und vom Erwachsenwerden. Let´s go…

Judith war als Kind schon überzeugt, dass wenn sie erst mal erwachsen ist, tut sie alles was ihr gefällt. Keine Regeln, keine Verbote, kein Anpassen,…diese Vorstellung war so schön für Judith, dass sie es kaum erwarten konnte, endlich „groß“ zu werden.

Im Laufe ihres Lebens stolperte Judith immer wieder. Sie hatte Freunde, die sie nur willkommen hießen, wenn sie sich ihnen anpasste. Sie hatte Beziehungen, die lieblos waren. Sie hatte Jobs, in denen sie nicht glücklich war. Sie versuchte stets ihr Bestes, um allen und jeden gerecht zu werden. Sie verbog sich, setzte ihre fröhliche Maske auf, denn sie wusste, so wurde sie akzeptiert. Denn sie hatte eine tiefe Überzeugung in sich – ich muss so sein, wie mich andere wollen, dann werde ich geliebt, anerkannt und akzeptiert. Schon als Kind versuchte sie alles um ihre Eltern stolz zu machen – doch der Lob blieb aus. Sie versuchte ihren Eltern zu gefallen und war ganz lieb und brav – doch die Liebe blieb aus. Sie versuchte ihren Eltern keinen Ärger zu bereiten – doch die Anerkennung blieb aus. Und je älter Judith wurde, umso mehr wurde ihr bewusst, wie sehr sie sich nach Liebe, ehrliche Freundschaft, liebevolle und respektvolle Beziehungen und ein erfülltes Leben sehnte. Sie wurde müde vom Kämpfen um Liebe. Sie wurde frustriert, weil egal wie sehr sich bemühte, ihr Bemühen wurde nicht anerkannt. Sie wurde depressiv, denn sie hatte das Gefühl, es ist ihre Schuld. Mit diesem Schuldgefühl und ihrem Suchen, wurde sie immer stiller, zurückgezogener und einsamer!

An einem trüben Herbsttag, saß sie wieder allein und traurig zuhause. Sie überdachte zum Tausendsten mal ihr Leben. Immer wieder die gleichen Fragen – Warum gelingt mir es mir nicht glücklich zu sein? Warum habe ich das Gefühl, nicht genug zu sein? Warum fühle ich mich so schlecht? Warum führe ich keine liebevolle Beziehung? Warum bekomme ich keine Anerkennung für meine Leistung? Warum sieht und hört mich keiner?

Als sie an diesem Abend sich schon sehr früh in ihr Bett legte, überkam sie ein intensives Gefühl – ein Gefühl, dass sie schon als kleines Kind hatte! Sie stand auf, machte Licht an und begann zu schreiben – sie verfasste einen Brief! Einen sehr langen Brief!

Meine liebe kleine Judith,

Du hast so viel von dir gegeben, um die Liebe und die Anerkennung von deinen Eltern zu bekommen, die du gebraucht hättest. Du hast versucht, sie glücklich zu machen und im Laufe deines Lebens hast du genau aus dem Bedürfnis heraus, versucht es allen und jeden glücklich zu machen! Dieses Defizit deiner frühkindlichen Erfahrungen, haben sich wie ein roter Faden in deinem weiteren Leben durchgezogen. Und JETZT meine Kleine hab ich mich wieder erinnert – erinnert an den Gedanken und das Gefühl, dass ich als Kind gehabt habe – ich möchte ERWACHSEN SEIN. Darum meine liebe kleine Judith, werde ich so mutig sein, MEIN LEBEN so zu gestalten, wie es für mich passend ist. Mein kleiner Schatz, du wirst immer in mir bleiben, mit deinen schmerzhaften Erfahrungen. Doch JETZT bin ich erwachsen und regle MEIN LEBEN FÜR MICH. Lange war ich mit dir, mit deinen Schmerzen und deinen Mängeln identifiziert. Damit auch du heilen kannst, übernehme ich die Verantwortung in meinem Leben, mit all seinen Pflichten und Rechten, aber hauptsächlich, damit ich ENDLICH autonom und befreit mein Leben leben und gestalten kann. Meine kleine Judith, ich weiß, es werden Phasen und Momente dabei sein, wo du wieder sehr stark an die Oberfläche kommst, das ist ok. Und dennoch gehe ich meinen Weg als gesunder Erwachsener! Liebe kleine Judith, ich nehme dich und deine Defizite als Motor, um in MEIN SELBSTBESTIMMTES LEBEN einzutauchen und da durchstarte. ICH LIEBE DICH MEIN SCHATZ!

und jetzt meine Lieben, stellt euch vor, ihr habt die Möglichkeit Judith gleich zu tun. Das ist kein „Schön wär´s Traum“ – das ist Realität. Du bist JETZT erwachsen. Du kannst JETZT selbstbestimmt DEIN LEBEN leben. Du darfst deine Schmerzen der Vergangenheit ruhen lassen und mit einer Portion gesundem Egoismus DEIN LEBEN so gestalten, wie es für dich stimmig ist. Du darfst dich auf den Weg begeben und bei der nächsten Kreuzung, den Weg des gesunden Erwachsenenteil in dir gehen. Der Weg des Kindes ist vorbei, wenn du das möchtest! Es bedarf Mut und Achtsamkeit, Bewusstsein und Zeit, den neuen Weg Stück für Stück zu erkunden. Gib dir selber die Chance für ein autonomes Leben – ohne Wenn und Aber!

  • STELL DIR VOR – deine alten Glaubenssätze sind weg!
  • STELL DIR VOR – du bist JETZT frei!
  • STELL DIR VOR – niemand hat mehr Macht über dich!
  • STELL DIR VOR – jede Entscheidung die du triffst, ist JETZT ok! (egal ob es später eine Fehlentscheidung war)
  • STELL DIR VOR – du erlaubst dir Fehler zu machen!
  • STELL DIR VOR – du hast JETZT die Erkenntnis und den Mut einen neuen Weg der Unabhängigkeit zu gehen, OHNE ANGST!!!
  • STELL DIR VOR – deine Eltern wussten es nicht besser und haben ihre erlernten Muster weitergegeben!
  • STELL DIR VOR – du darfst dich von den Mustern lösen und selbst bestimmen!
  • STELL DIR VOR – es wird dir plötzlich egal, was andere über dich denken!
  • STELL DIR VOR – wie einfach das LEBEN ist – ohne diese alten Überzeugungen!
  • STELL DIR VOR – DU BIST JETZT – SO WIE DU BIST – SCHON PERFEKT!

Vielleicht habt ihr Lust euch einen Stift und Zettel zur Hand zu nehmen und euch die Worte „gesunder Erwachsener“, „ich bin jetzt erwachsen“ aufzuschreiben und diesen Zettel gut sichtbar bei euch zuhause wo aufzuhängen – als täglichen REMINDER. Ihr könnt auch ein Bild malen, ein erfundenes Zeichen, what ever,…es soll euch nur daran erinnern, dass ihr JETZT erwachsen seid und ihr frei entscheiden dürft, wie euer Weg als Erwachsener auszusehen hat. WICHTIG ist auch das Gefühl des gesunden Erwachsenenanteil in euch. Verbindet euch so oft es euch einfällt mit diesem ANTEIL IN EUCH.

Ich wünsche euch das Allerbeste – mutige Schritte in euer selbstbestimmtes Leben!

LET IT FLOW, deine Katrin

2 Kommentare zu „Stell dir vor – eine Kurzgeschichte

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