…irgendwann, mach ich das…(Teil 2)

Fortsetzung…

So, die erste Entspannungs-Stunde hab ich hinter mich gebracht! Ich war mittlerweile 5 Tage stationär und habe mich in den Klinikalltag eingefunden! Alles hatte seine festen Zeiten und Strukturen! Meine Therapien, die ich dort besuchen durfte, gaben mir zusätzlich eine Struktur für den Tag, als auch für die Woche!

Zweimal wöchentlich hatte ich Entspannungstherapie 😒! Mir wäre fünfmal wöchentlich die Sport- und Bewegungstherapie lieber gewesen, aber ich war froh, wenigsten die anderen Therapien auch machen zu können und zu dürfen – so musste ich zweimal wöchentlich die Entspannungsgruppe durchhalten!

Das zweite mal Entspannungsgruppe war schon etwas angenehmer, dennoch war ich von Ent-spannung noch weit entfernt. Doch es geschah sich etwas zu verändern – ich habe so ein kleines Fünkchen Freude (Vorfreude) empfunden, als ich das dritte mal diese Therapie hatte! Irgendwie merkte ich allmählich, WIE SCHNELL ich in meinem Leben unterwegs war und das jetzt notwendig war, um mein System runterzubringen – runterzubringen von dem chronischen Stress, der sich so fest manifestiert hat, dass ich daran krank wurde! Wobei psychisch krank zu sein, damals noch vehement von mir abgelehnt worden ist!

In den wenigen Tagen in der Klinik merkte ich, dass ich insgesamt etwas ruhiger geworden bin! Das Antidepressiva vertrug ich gut, nur das Schlafen klappte überhaupt nicht! Oft saß ich um 2 Uhr nachts alleine auf der verglasten Terrasse und rauchte eine nach der anderen – und ich beneidete alle anderen Patienten um ihren Schlaf – wenngleich es welche gab, die ebenfalls nicht gut schlafen konnten! Meine Schlafmedikation wurde öfter angepasst, die Ärzte wollten mir nichts geben, das längerfristig ein hohes Suchtpotenzial aufwies! So blieb mir nichts anderes übrig, als die Medikamente zu nehmen, die nicht in diese Klassifizierung fielen – mit dem Effekt, dass sie nichts halfen! Erst kurz vor der Entlassung, bekam ich ein anderes Schlafmedikament und ENDLICH, nach knapp einem Monat habe ich tatsächlich 6 Stunden am Stück geschlafen!😊😊

Eine weitere Therapie die ich machte, war die Genussgruppe! Ich konnte mir nichts darunter vorstellen, so bin ich weniger angespannt in diese gegangen! Sie war nur einmal wöchentlich, sprich ich war 3 mal dort! In der Genussgruppe wurden wir Patienten wieder verstärkt mit unseren Sinnen konfrontiert. Diese Wahrzunehmen, den Fokus auf das zu lenken, was wir gerade (Jetzt) in den Händen hielten, wie sich dieses Objekt anfühlte! Auch haben wir mal eine Stunde gehabt, in der wir mit geschlossenen Augen, einen Apfel, ein Stück Schokolade und einen Ananassaft bekommen haben! Wir sollten diese ganz langsam kauen, im Mund schmelzen lassen und den Saft länger im Mund behalten! Anschließend wurden wir befragt, wie sich der Apfel im Mund anfühlte, wie er schmeckte, wo wir die Süße wahrgenommen haben, die Säure,…! Und dann sollten wir eine Assoziation herstellen – an was erinnert uns dieser Geschmack, welche Dinge, Situationen,…verknüpfen wir damit! Ich liebte diese Therapie! Das Gefühl des wieder in Kontakt kommens mit sich selbst, wurde durch diese Therapie UND durch die Entspannungsgruppe in mir wieder intensiv spürbar!

Ich FÜHLTE UND SPÜRTE MICH wieder! Das war so ein unglaubliches Gefühl! Das Gefühl von VERBINDUNG ZU UND MIT MIR! Das Gefühl von ICH BIN RICHTIG! Das Gefühl von ICH BIN GUT! Das Gefühl von SELBSTLIEBE!

und dann kam dieser GEDANKE und dieses GEFÜHL...DIESES GEFÜHL!!!

IRGENDWANN, MACH ICH DAS!

Erst Jahre später erfuhr ich von Ausbildungen, die man absolvieren konnte – die kein Studium voraussetzten! Kurzerhand meldete ich mich an – es war im Mai 2015! Eine unglaubliche Freude breitete sich aus, nur noch auf die Rechnung warten, einzahlen und dann geht´s los! Am Tage wo ich die Rechnung bekam, ging ich wie immer morgens zur Arbeit, huschte schnell auf die Toilette und machte (um meinen Kopf zu beruhigen – ich war eine Woche überfällig mit der Periode, was öfter vorkam in stressigen Zeiten) einen Schwangerschaftstest! Kurz warten und dann 2 Striche! WASSSS? NEINNNN? Obwohl ich gefühlt schon tausende Schwangerschaftstests verkauft und erklärt hatte – habe ich nachgelesen, was zwei Striche bedeuteten! Tja, das war in dem Moment so nicht geplant!

Im Jänner 2016 erblickte unser Sohn das Licht der Welt! 💗💗💗

Wieder Jahre später, nach vielen Up´s and Down´s, einem Umzug und Neuanfang im schönen Salzkammergut, habe ich mein „IRGENDWANN, MACH ICH DAS“ Gefühl in die Tat umgesetzt – und bin jetzt ACHTSAMKEITS-UND ENTSPANNUNGSTRAINERIN! 💕

Mein kurzer Einblick in meine Biographie soll dir zeigen, dass es manchmal dauert bis das „irgendwann, mach ich das“ tatsächlich Realität wird! Egal ob Job, Haus, Reisen, Haustiere,…

Mein Weg bis dahin war alles andere als einfach, geschweige denn verlief er gerade und eben – NEIN! Es war (wiederkehrend) wochenlang, monatelang richtig finster und steinig! Heute weiß ich, dass der KONTAKT ZU DIR – DIE VERBINDUNG ZU DIR – wesentlich ist, ob du die Steine des Lebensweges bewältigst, oder dich jedes mal daran stößt!

Genau da, setzt die Achtsamkeit an! (kein spirituelles Sing-sang, keine Dauerschleife positiver Affirmationen, keine Mantras, kein ewiges Licht und Liebe Gefasel)!

Die Achtsamkeit ist das Befassen mit der Realität! Mit dem was da ist! Mit dem was gerade passiert! Mit dem was du gerade fühlst! Mit dem was du gerade denkst! Mit deinen körperlichen Schmerzen! OHNE WERTUNG! Mit einer selbstfreundlichen und wohlwollenden Haltung DIR gegenüber!

In den kommenden Beiträgen betrachten wir gemeinsam, die 7 Säulen der Achtsamkeit!

Lasst es euch alle gut gehen, bleibt in Kontakt (vor allem mit euch selbst) und gesund!

LET IT FLOW, deine Katrin

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